UX/UI
Endo-app
In diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines UX-Konzept für die Endometriose-App, einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) für Menschen mit Endometriose. Ziel war es, die Nutzerinnen in der ersten Woche erfolgreich an die App zu binden. Der Fokus sollte dabei auf der verbesserten Orientierung, Erhöhung der Motivation und der ersten erfolgreichen Nutzung liegen.
Rolle:
UX Research
UX Analyse
UI Design
Methoden:
Heuristische Analyse
User Journey Reframing
Feature Structuring
Tools:
Figma
Figjam
Perplexity
Projektdauer:
3 Tage


Endo-app
Ein UX-Konzept zur Steigerung der Bindung der Nutzerinnen an die Endometriose-App und zum Sicherstellen der ersten erfolgreichen Nutzung.
Case Study lesen





Endo-app
Ein UX-Konzept zur Steigerung der Bindung der Nutzerinnen an die Endometriose-App und zum Sicherstellen der ersten erfolgreichen Nutzung.
Case Study lesen



Desk Research über die Zielgruppe
Frauen mit Endometriose erleben oft Schmerzen, Erschöpfung und Unsicherheit im Umgang mit ihrem Körper und kommen oft aus langwierigen, belastenden Diagnoseprozessen.
Frustration über bisherige Erfahrungen im Gesundheitssystem (evtl. Skepsis gegenüber neuen Apps)
wenig kognitive Kapazität durch Schmerz und Stress
Begrenzt verfügbare Energie und Zeit, mobile Nutzung in kurzen Momenten (Sofa, Bett, Pausen)
Endometriose ist individuell (Symptome, Schmerzpegel, Therapiephasen)
→ Nutzerinnen haben verschiedene Ziele
Analyse des bestehenden Homescreens
Ich habe den bestehenden Screen unter dem Gesichtspunkt der Erstnutzung analysiert. Die App bietet viele wertvolle Funktionen: Symptomtracking, Übungen, Wissensbereiche und einen persönlichen „Endo-Plan“. Der bestehende Homescreen bündelt diese Inhalte jedoch ohne klare Priorisierung.

Pain Points im Hinblick auf erfolgreiche Nutzung
4 gleichwertige CTAs ohne visuelle Hierarchie ("Öffne deinen Endo-Plan", "Dokumentieren", "Jetzt öffnen", "Jetzt einrichten")
weniger klare Dramaturgie/Priorisierung
Auch wenn Aufgaben optional sind, wirken sie wie To-dos.
Für Menschen mit chronischen Schmerzen sind die To-dos kritisch. Durch die vielen Einstiegsmöglichkeiten entsteht eine Entscheidungsparalyse (Hick's Law) und dadurch besteht das Risiko, dass Nutzerinnen gar nichts tun.

Pain Points im Hinblick auf Orientierung
viel relevanter Content, aber keine klare Antwort auf „Was ist mein erster/nächster sinnvoller Schritt?“
Endometriose ist oft mit Unsicherheit und Frustration verbunden; Early-Stage-UX muss validieren, vereinfachen, schnell Nutzen zeigen

Pain Points im Hinblick auf Motivation
Fortschritt “0 %” und “0 Tage in Folge aktiv” können demotivieren
“Zyklusvorhersage deaktiviert – Jetzt einrichten” kann evtl. verwirren
kein sichtbarer Mini-Erfolg für Wiederkehr
fehlende positive Rückmeldung („Du hast schon etwas geschafft“)
→ Das Gefühl “ganz am Anfang zu stehen” kann aufkommen.
→ Ärzte- und Diagnoseodyssee könnte getriggert werden
Stimmen der Nutzerinnen
Zur Ergänzung meiner Analyse habe ich qualitative Nutzerstimmen aus den Bewertungen im Google Play Store ausgewertet. Diese gaben Einblick in reale Nutzungserfahrungen, emotionale Hürden und wiederkehrende Bedürfnisse von Betroffenen. Diese Erkenntnisse halfen dabei, den Fokus meines Konzepts auf kognitive Entlastung, kleine erreichbare Schritte und eine geführte Erstinteraktion zu legen.
“Es kostet mich Überwindung, mich regelmäßig mit meiner Endometriose zu beschäftigen ...”.
Betroffene
Am Besten gefällt mir die tägliche Abfrage (Schmerzen usw.)
Betroffene
“...Sachen, die bei einigen Endometriosepatientinnen was bringen, aber eben nicht bei allen.”
Betroffene
Weiterdenken des Startscreens als „Heute-Screen“
In Woche 1 entscheiden sich Bindung und Vertrauen primär über: Zeit bis zum ersten spürbaren Nutzen, geringe kognitive Last, wiederkehrende Routine. Statt viele Optionen zu zeigen, bietet er eine klare, niedrigschwellige erste Handlung und ergänzende, optionale Angebote. Erstnutzerinnen sollen in 1–2 Minuten verstehen, wie die App hilft, und einen ersten kleinen Erfolg erleben. Dadurch entsteht Vertrauen und die App wird zur täglichen Routine.

Begrüßung, nur ein wenig präsenter
Präsentere persönliche Begrüßung und Validierung der Handlung, ohne Leistungsdruck aufzubauen. Senkt Einstiegshürde & stärkt emotionale Bindung bereits vor der ersten Handlung
Mini-Check-In als primäre Aktion
Check-in als sehr niedrigschwelligen Einstieg. Gibt der Nutzerin direkt das Gefühl, gesehen zu werden. Sammelt gleichzeitig Infos für Tagebuch und Endo-Plan. Verantwortung von Nutzerin wird auf System verlagert und kognitive Last wird reduziert. Durch täglichen kleinen Input der Nutzerin entsteht langfristig großer Output für die Nutzerin → erster spürbarer Nutzen → Bindung der Nutzerin an die App
Ein zentraler CTA markiert Mini-Check-In als zentrale Funktion & verhindert Choice Overload

Übung des Tages bleibt sekundäres, optionales Angebot
Durch die sekundäre Platzierung wird signalisiert: „Das ist ein Angebot, kein Muss.“ Die Zeitangabe senkt wie bereits zuvor die Einstiegshürde und unterstützt realistische Erwartungshaltung. → schnell erreichter Mini-Erfolg
Endo-Fakt des Tages als niedrigschwelliger Wissensimpuls
Wissen wird als kleiner “Snack” angeboten, ist dadurch leicht konsumierbar, vermittelt Kompetenz, ohne Lernverpflichtung → Gefühl von Orientierung statt Überforderung. “Mehr erfahren” als Einladung und Vorgeschmack auf den Wissens-/Übungsbereich der App

Zyklus-Tracking bleibt nachgelagert auf dem Screen
Eine Synchronisation könnte eine interessante Funktion sein, da viele Nutzerinnen ihren Zyklus bereits tracken. → vermeidet Doppelarbeit & respektiert bestehende Routinen
Mögliches Auslagern des Endo-Plans & SOS aus Inhaltsfluss
Der Endo-Plan ist inhaltlich zentral, ist wahrscheinlich aber eher Ergebnis kontinuierlicher Nutzung, und weniger Ausgangspunkt. SOS ist situativ, emotional aufgeladen, sicherheitsrelevant → In der Navigation ist er als Sicherheitsfunktion jederzeit verfügbar.
Reflexion und nächste schritte
Da es sich um ein konzeptionelles Projekt handelte, basieren die Annahmen auf UX-Prinzipien und Zielgruppenverständnis.
In einem realen Projekt hätte ich:
Interviews mit Erstnutzerinnen durchgeführt
Usability-Tests des „Heute-Screens“ moderiert
A/B-Tests zur Priorisierung von Inhalten vorbereitet
Diese Schritte würden helfen, die Hypothesen quantitativ zu validieren.
learnings
1. Reduktion ist im Health-Kontext wichtiger als Feature-Tiefe
Bei Nutzerinnen mit chronischen Schmerzen oder Erschöpfung entscheidet nicht die Anzahl an Funktionen über den Erfolg, sondern wie klar und niedrigschwellig der Einstieg gestaltet ist. Ein einziger sinnvoll priorisierter nächster Schritt kann mehr Bindung erzeugen als ein funktionsreicher, aber unklar strukturierter Screen.
2. Motivation entsteht durch wahrnehmbaren Mini-Nutzen – nicht durch Features
Gerade in sensiblen Gesundheitskontexten muss der erste Mehrwert innerhalb weniger Sekunden erkennbar sein. Kleine, erreichbare Interaktionen (z. B. ein schneller Check-in) stärken Selbstwirksamkeit und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzerinnen zurückkehren.
3. UX im Gesundheitsbereich ist immer auch emotionale Kommunikation
Interface-Entscheidungen beeinflussen nicht nur Orientierung, sondern auch das Gefühl von Sicherheit, Kontrolle und Verständnis. Ein validierender, entlastender Einstieg kann Vertrauen aufbauen, während überladene oder leistungsorientierte Interfaces schnell überfordern.
UX/UI
Endo-app
In diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines UX-Konzept für die Endometriose-App, einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) für Menschen mit Endometriose. Ziel war es, die Nutzerinnen in der ersten Woche erfolgreich an die App zu binden. Der Fokus sollte dabei auf der verbesserten Orientierung, Erhöhung der Motivation und der ersten erfolgreichen Nutzung liegen.
Rolle:
UX Research
UX Analyse
UI Design
Methoden:
Heuristische Analyse
User Journey Reframing
Feature Structuring
Tools:
Figma
Figjam
Perplexity
Projektdauer:
3 Tage


Endo-app
Ein UX-Konzept zur Steigerung der Bindung der Nutzerinnen an die Endometriose-App und zum Sicherstellen der ersten erfolgreichen Nutzung.
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Endo-app
Ein UX-Konzept zur Steigerung der Bindung der Nutzerinnen an die Endometriose-App und zum Sicherstellen der ersten erfolgreichen Nutzung.
Case Study lesen



Desk Research über die Zielgruppe
Frauen mit Endometriose erleben oft Schmerzen, Erschöpfung und Unsicherheit im Umgang mit ihrem Körper und kommen oft aus langwierigen, belastenden Diagnoseprozessen.
Frustration über bisherige Erfahrungen im Gesundheitssystem (evtl. Skepsis gegenüber neuen Apps)
wenig kognitive Kapazität durch Schmerz und Stress
Begrenzt verfügbare Energie und Zeit, mobile Nutzung in kurzen Momenten (Sofa, Bett, Pausen)
Endometriose ist individuell (Symptome, Schmerzpegel, Therapiephasen)
→ Nutzerinnen haben verschiedene Ziele
Analyse des bestehenden Homescreens
Ich habe den bestehenden Screen unter dem Gesichtspunkt der Erstnutzung analysiert. Die App bietet viele wertvolle Funktionen: Symptomtracking, Übungen, Wissensbereiche und einen persönlichen „Endo-Plan“. Der bestehende Homescreen bündelt diese Inhalte jedoch ohne klare Priorisierung.

Pain Points im Hinblick auf erfolgreiche Nutzung
4 gleichwertige CTAs ohne visuelle Hierarchie ("Öffne deinen Endo-Plan", "Dokumentieren", "Jetzt öffnen", "Jetzt einrichten")
weniger klare Dramaturgie/Priorisierung
Auch wenn Aufgaben optional sind, wirken sie wie To-dos.
Für Menschen mit chronischen Schmerzen sind die To-dos kritisch. Durch die vielen Einstiegsmöglichkeiten entsteht eine Entscheidungsparalyse (Hick's Law) und dadurch besteht das Risiko, dass Nutzerinnen gar nichts tun.

Pain Points im Hinblick auf Orientierung
viel relevanter Content, aber keine klare Antwort auf „Was ist mein erster/nächster sinnvoller Schritt?“
Endometriose ist oft mit Unsicherheit und Frustration verbunden; Early-Stage-UX muss validieren, vereinfachen, schnell Nutzen zeigen

Pain Points im Hinblick auf Motivation
Fortschritt “0 %” und “0 Tage in Folge aktiv” können demotivieren
“Zyklusvorhersage deaktiviert – Jetzt einrichten” kann evtl. verwirren
kein sichtbarer Mini-Erfolg für Wiederkehr
fehlende positive Rückmeldung („Du hast schon etwas geschafft“)
→ Das Gefühl “ganz am Anfang zu stehen” kann aufkommen.
→ Ärzte- und Diagnoseodyssee könnte getriggert werden
Stimmen der Nutzerinnen
Zur Ergänzung meiner Analyse habe ich qualitative Nutzerstimmen aus den Bewertungen im Google Play Store ausgewertet. Diese gaben Einblick in reale Nutzungserfahrungen, emotionale Hürden und wiederkehrende Bedürfnisse von Betroffenen. Diese Erkenntnisse halfen dabei, den Fokus meines Konzepts auf kognitive Entlastung, kleine erreichbare Schritte und eine geführte Erstinteraktion zu legen.
“Es kostet mich Überwindung, mich regelmäßig mit meiner Endometriose zu beschäftigen ...”.
Betroffene
Am Besten gefällt mir die tägliche Abfrage (Schmerzen usw.)
Betroffene
“...Sachen, die bei einigen Endometriosepatientinnen was bringen, aber eben nicht bei allen.”
Betroffene
Weiterdenken des Startscreens als „Heute-Screen“
In Woche 1 entscheiden sich Bindung und Vertrauen primär über: Zeit bis zum ersten spürbaren Nutzen, geringe kognitive Last, wiederkehrende Routine. Statt viele Optionen zu zeigen, bietet er eine klare, niedrigschwellige erste Handlung und ergänzende, optionale Angebote. Erstnutzerinnen sollen in 1–2 Minuten verstehen, wie die App hilft, und einen ersten kleinen Erfolg erleben. Dadurch entsteht Vertrauen und die App wird zur täglichen Routine.

Begrüßung, nur ein wenig präsenter
Präsentere persönliche Begrüßung und Validierung der Handlung, ohne Leistungsdruck aufzubauen. Senkt Einstiegshürde & stärkt emotionale Bindung bereits vor der ersten Handlung
Mini-Check-In als primäre Aktion
Check-in als sehr niedrigschwelligen Einstieg. Gibt der Nutzerin direkt das Gefühl, gesehen zu werden. Sammelt gleichzeitig Infos für Tagebuch und Endo-Plan. Verantwortung von Nutzerin wird auf System verlagert und kognitive Last wird reduziert. Durch täglichen kleinen Input der Nutzerin entsteht langfristig großer Output für die Nutzerin → erster spürbarer Nutzen → Bindung der Nutzerin an die App
Ein zentraler CTA markiert Mini-Check-In als zentrale Funktion & verhindert Choice Overload

Übung des Tages bleibt sekundäres, optionales Angebot
Durch die sekundäre Platzierung wird signalisiert: „Das ist ein Angebot, kein Muss.“ Die Zeitangabe senkt wie bereits zuvor die Einstiegshürde und unterstützt realistische Erwartungshaltung. → schnell erreichter Mini-Erfolg
Endo-Fakt des Tages als niedrigschwelliger Wissensimpuls
Wissen wird als kleiner “Snack” angeboten, ist dadurch leicht konsumierbar, vermittelt Kompetenz, ohne Lernverpflichtung → Gefühl von Orientierung statt Überforderung. “Mehr erfahren” als Einladung und Vorgeschmack auf den Wissens-/Übungsbereich der App

Zyklus-Tracking bleibt nachgelagert auf dem Screen
Eine Synchronisation könnte eine interessante Funktion sein, da viele Nutzerinnen ihren Zyklus bereits tracken. → vermeidet Doppelarbeit & respektiert bestehende Routinen
Mögliches Auslagern des Endo-Plans & SOS aus Inhaltsfluss
Der Endo-Plan ist inhaltlich zentral, ist wahrscheinlich aber eher Ergebnis kontinuierlicher Nutzung, und weniger Ausgangspunkt. SOS ist situativ, emotional aufgeladen, sicherheitsrelevant → In der Navigation ist er als Sicherheitsfunktion jederzeit verfügbar.
Reflexion und nächste schritte
Da es sich um ein konzeptionelles Projekt handelte, basieren die Annahmen auf UX-Prinzipien und Zielgruppenverständnis.
In einem realen Projekt hätte ich:
Interviews mit Erstnutzerinnen durchgeführt
Usability-Tests des „Heute-Screens“ moderiert
A/B-Tests zur Priorisierung von Inhalten vorbereitet
Diese Schritte würden helfen, die Hypothesen quantitativ zu validieren.
learnings
1. Reduktion ist im Health-Kontext wichtiger als Feature-Tiefe
Bei Nutzerinnen mit chronischen Schmerzen oder Erschöpfung entscheidet nicht die Anzahl an Funktionen über den Erfolg, sondern wie klar und niedrigschwellig der Einstieg gestaltet ist. Ein einziger sinnvoll priorisierter nächster Schritt kann mehr Bindung erzeugen als ein funktionsreicher, aber unklar strukturierter Screen.
2. Motivation entsteht durch wahrnehmbaren Mini-Nutzen – nicht durch Features
Gerade in sensiblen Gesundheitskontexten muss der erste Mehrwert innerhalb weniger Sekunden erkennbar sein. Kleine, erreichbare Interaktionen (z. B. ein schneller Check-in) stärken Selbstwirksamkeit und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzerinnen zurückkehren.
3. UX im Gesundheitsbereich ist immer auch emotionale Kommunikation
Interface-Entscheidungen beeinflussen nicht nur Orientierung, sondern auch das Gefühl von Sicherheit, Kontrolle und Verständnis. Ein validierender, entlastender Einstieg kann Vertrauen aufbauen, während überladene oder leistungsorientierte Interfaces schnell überfordern.
UX/UI
Endo-app
In diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines UX-Konzept für die Endometriose-App, einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA) für Menschen mit Endometriose. Ziel war es, die Nutzerinnen in der ersten Woche erfolgreich an die App zu binden. Der Fokus sollte dabei auf der verbesserten Orientierung, Erhöhung der Motivation und der ersten erfolgreichen Nutzung liegen.
Rolle:
UX Research
UX Analyse
UI Design
Methoden:
Heuristische Analyse
User Journey Reframing
Feature Structuring
Tools:
Figma
Figjam
Perplexity
Projektdauer:
3 Tage


Endo-app
Ein UX-Konzept zur Steigerung der Bindung der Nutzerinnen an die Endometriose-App und zum Sicherstellen der ersten erfolgreichen Nutzung.
Case Study lesen





Endo-app
Ein UX-Konzept zur Steigerung der Bindung der Nutzerinnen an die Endometriose-App und zum Sicherstellen der ersten erfolgreichen Nutzung.
Case Study lesen



Desk Research über die Zielgruppe
Frauen mit Endometriose erleben oft Schmerzen, Erschöpfung und Unsicherheit im Umgang mit ihrem Körper und kommen oft aus langwierigen, belastenden Diagnoseprozessen.
Frustration über bisherige Erfahrungen im Gesundheitssystem (evtl. Skepsis gegenüber neuen Apps)
wenig kognitive Kapazität durch Schmerz und Stress
Begrenzt verfügbare Energie und Zeit, mobile Nutzung in kurzen Momenten (Sofa, Bett, Pausen)
Endometriose ist individuell (Symptome, Schmerzpegel, Therapiephasen)
→ Nutzerinnen haben verschiedene Ziele
Analyse des bestehenden Homescreens
Ich habe den bestehenden Screen unter dem Gesichtspunkt der Erstnutzung analysiert. Die App bietet viele wertvolle Funktionen: Symptomtracking, Übungen, Wissensbereiche und einen persönlichen „Endo-Plan“. Der bestehende Homescreen bündelt diese Inhalte jedoch ohne klare Priorisierung.

Pain Points im Hinblick auf erfolgreiche Nutzung
4 gleichwertige CTAs ohne visuelle Hierarchie ("Öffne deinen Endo-Plan", "Dokumentieren", "Jetzt öffnen", "Jetzt einrichten")
weniger klare Dramaturgie/Priorisierung
Auch wenn Aufgaben optional sind, wirken sie wie To-dos.
Für Menschen mit chronischen Schmerzen sind die To-dos kritisch. Durch die vielen Einstiegsmöglichkeiten entsteht eine Entscheidungsparalyse (Hick's Law) und dadurch besteht das Risiko, dass Nutzerinnen gar nichts tun.

Pain Points im Hinblick auf Orientierung
viel relevanter Content, aber keine klare Antwort auf „Was ist mein erster/nächster sinnvoller Schritt?“
Endometriose ist oft mit Unsicherheit und Frustration verbunden; Early-Stage-UX muss validieren, vereinfachen, schnell Nutzen zeigen

Pain Points im Hinblick auf Motivation
Fortschritt “0 %” und “0 Tage in Folge aktiv” können demotivieren
“Zyklusvorhersage deaktiviert – Jetzt einrichten” kann evtl. verwirren
kein sichtbarer Mini-Erfolg für Wiederkehr
fehlende positive Rückmeldung („Du hast schon etwas geschafft“)
→ Das Gefühl “ganz am Anfang zu stehen” kann aufkommen.
→ Ärzte- und Diagnoseodyssee könnte getriggert werden
Stimmen der Nutzerinnen
Zur Ergänzung meiner Analyse habe ich qualitative Nutzerstimmen aus den Bewertungen im Google Play Store ausgewertet. Diese gaben Einblick in reale Nutzungserfahrungen, emotionale Hürden und wiederkehrende Bedürfnisse von Betroffenen. Diese Erkenntnisse halfen dabei, den Fokus meines Konzepts auf kognitive Entlastung, kleine erreichbare Schritte und eine geführte Erstinteraktion zu legen.
“Es kostet mich Überwindung, mich regelmäßig mit meiner Endometriose zu beschäftigen ...”.
Betroffene
Am Besten gefällt mir die tägliche Abfrage (Schmerzen usw.)
Betroffene
“...Sachen, die bei einigen Endometriosepatientinnen was bringen, aber eben nicht bei allen.”
Betroffene
Weiterdenken des Startscreens als „Heute-Screen“
In Woche 1 entscheiden sich Bindung und Vertrauen primär über: Zeit bis zum ersten spürbaren Nutzen, geringe kognitive Last, wiederkehrende Routine. Statt viele Optionen zu zeigen, bietet er eine klare, niedrigschwellige erste Handlung und ergänzende, optionale Angebote. Erstnutzerinnen sollen in 1–2 Minuten verstehen, wie die App hilft, und einen ersten kleinen Erfolg erleben. Dadurch entsteht Vertrauen und die App wird zur täglichen Routine.

Begrüßung, nur ein wenig präsenter
Präsentere persönliche Begrüßung und Validierung der Handlung, ohne Leistungsdruck aufzubauen. Senkt Einstiegshürde & stärkt emotionale Bindung bereits vor der ersten Handlung
Mini-Check-In als primäre Aktion
Check-in als sehr niedrigschwelligen Einstieg. Gibt der Nutzerin direkt das Gefühl, gesehen zu werden. Sammelt gleichzeitig Infos für Tagebuch und Endo-Plan. Verantwortung von Nutzerin wird auf System verlagert und kognitive Last wird reduziert. Durch täglichen kleinen Input der Nutzerin entsteht langfristig großer Output für die Nutzerin → erster spürbarer Nutzen → Bindung der Nutzerin an die App
Ein zentraler CTA markiert Mini-Check-In als zentrale Funktion & verhindert Choice Overload

Übung des Tages bleibt sekundäres, optionales Angebot
Durch die sekundäre Platzierung wird signalisiert: „Das ist ein Angebot, kein Muss.“ Die Zeitangabe senkt wie bereits zuvor die Einstiegshürde und unterstützt realistische Erwartungshaltung. → schnell erreichter Mini-Erfolg
Endo-Fakt des Tages als niedrigschwelliger Wissensimpuls
Wissen wird als kleiner “Snack” angeboten, ist dadurch leicht konsumierbar, vermittelt Kompetenz, ohne Lernverpflichtung → Gefühl von Orientierung statt Überforderung. “Mehr erfahren” als Einladung und Vorgeschmack auf den Wissens-/Übungsbereich der App

Zyklus-Tracking bleibt nachgelagert auf dem Screen
Eine Synchronisation könnte eine interessante Funktion sein, da viele Nutzerinnen ihren Zyklus bereits tracken. → vermeidet Doppelarbeit & respektiert bestehende Routinen
Mögliches Auslagern des Endo-Plans & SOS aus Inhaltsfluss
Der Endo-Plan ist inhaltlich zentral, ist wahrscheinlich aber eher Ergebnis kontinuierlicher Nutzung, und weniger Ausgangspunkt. SOS ist situativ, emotional aufgeladen, sicherheitsrelevant → In der Navigation ist er als Sicherheitsfunktion jederzeit verfügbar.
Reflexion und nächste schritte
Da es sich um ein konzeptionelles Projekt handelte, basieren die Annahmen auf UX-Prinzipien und Zielgruppenverständnis.
In einem realen Projekt hätte ich:
Interviews mit Erstnutzerinnen durchgeführt
Usability-Tests des „Heute-Screens“ moderiert
A/B-Tests zur Priorisierung von Inhalten vorbereitet
Diese Schritte würden helfen, die Hypothesen quantitativ zu validieren.
learnings
1. Reduktion ist im Health-Kontext wichtiger als Feature-Tiefe
Bei Nutzerinnen mit chronischen Schmerzen oder Erschöpfung entscheidet nicht die Anzahl an Funktionen über den Erfolg, sondern wie klar und niedrigschwellig der Einstieg gestaltet ist. Ein einziger sinnvoll priorisierter nächster Schritt kann mehr Bindung erzeugen als ein funktionsreicher, aber unklar strukturierter Screen.
2. Motivation entsteht durch wahrnehmbaren Mini-Nutzen – nicht durch Features
Gerade in sensiblen Gesundheitskontexten muss der erste Mehrwert innerhalb weniger Sekunden erkennbar sein. Kleine, erreichbare Interaktionen (z. B. ein schneller Check-in) stärken Selbstwirksamkeit und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzerinnen zurückkehren.
3. UX im Gesundheitsbereich ist immer auch emotionale Kommunikation
Interface-Entscheidungen beeinflussen nicht nur Orientierung, sondern auch das Gefühl von Sicherheit, Kontrolle und Verständnis. Ein validierender, entlastender Einstieg kann Vertrauen aufbauen, während überladene oder leistungsorientierte Interfaces schnell überfordern.