UX/UI

Ruhepunkt

In diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines App-Konzepts, das Menschen mit unterschiedlicher Reizempfindlichkeit (Autismus- und ADHS-Spektrum) dabei unterstützt, ruhigere und angenehmere Orte in ihrer Umgebung zu finden, um sensorische Überforderung im Alltag zu reduzieren und gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern. Dieses Projekt entstand gemeinsam mit zwei weiteren UX/UI-Designerinnen, Hanna und Maria.

Rolle:

UX Research

Konzeption

UI Design

Prototyping

Methoden:

Interviews

Survey (n=87)

Journey Mapping

Usability Tests

Tools:

Figma/Figjam

Perplexity

Excalidraw

Google Forms/Sheets

Projektdauer:

5 Wochen

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

"Euer Projekt Ruhepunkt ist ein Aushängeschild dafür, wie viel entstehen kann, wenn User Research und echte Nutzerbedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt rücken.“

UX/UI-Coach

neuefische GmbH

Problem

Wir haben uns auf unsichtbare Barrieren im Alltag konzentriert: Reize wie Lärm, Licht oder Menschenmengen, die besonders für neurodivergente Menschen belastend sind. In Deutschland betrifft das rund 15–20 % der Bevölkerung. Und wenn wir an ständige Erreichbarkeit und den Informationsfluss denken, merken wir: Reizüberflutung ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein Problem, das uns alle betrifft.

Neurotypisch

80–85%

Neurodivergent

15–20%

Lösung

Im Folgenden stelle ich unseren 5-wöchigen Prozess mit starkem Forschungsfokus vor. Bevor wir jedoch ins Detail gehen, hier ein Blick auf unsere finale App, die neurodivergente Anforderungen systematisch in Design und Interaktion übersetzt: durch reduzierte visuelle Reize, klare Orientierung und individuelle Anpassungsmöglichkeiten. Grundlage dafür bilden qualitative und quantitative Nutzerforschung sowie ein speziell entwickeltes Neurodiversity-Designsystem.

Konzeptuelle Einschränkungen

Da es sich um ein Konzeptprojekt handelte, arbeiteten wir mit einem hypothetischen Stand der App. Orte wurden so dargestellt, als wären sie bereits von vielen Nutzern bewertet worden. So konnten wir das Potenzial von Ruhepunkt demonstrieren. In der Realität wäre die App stark von Community-Beiträgen abhängig. Nur durch geteilte Erfahrungen könnten diese Daten gesammelt werden. Bis reale Daten vorliegen, würden wir mit KPIs arbeiten, um Annahmen zu validieren und die Performance des Konzepts zu messen.

Zentrale Research insights

Unsere Research-Phase bestand aus Interviews, Expertinnen-Gesprächen aus den Bereichen Inklusionsbeauftragung und Heilpädagogik für das Spektrum Autismus sowie einer quantitativen Umfrage mit 87 Teilnehmenden. Daraus ergaben sich u. a. folgende Kern-Erkenntnisse:

Menschen mit Reizsensibilität werden besonders in öffentlichen Räumen häufig ausgeschlossen

Viele haben Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse direkt zu kommunizieren

Der Bedarf an Vorhersehbarkeit und Planbarkeit ist sehr hoch

Für fast zwei Drittel der Befragten sind detaillierte Informationen über neue Orte (z. B. Karten, Fotos, Auslastungsdaten) wichtig, um Überlastung zu vermeiden.

Rückzug ist die häufigste Bewältigungsstrategie

Wie wichtig ist dir, vorab Infos über neue Orte zu haben?

Wie teilst du anderen dein Befinden am liebsten mit?

Interviews

Unsere Interviews bestätigten diese Erkenntnisse und verdeutlichten, wie unterschiedlich individuelle Bedürfnisse sein können. Am deutlichsten wurde: Der größte Bedarf liegt in Vorhersehbarkeit und Zugang zu passenden Informationen.

“Da, wo Menschen keinen Einfluss nehmen können, wird Rückzug oder die Vermeidung gewählt.”

Expertin

“Inklusion bedeutet ständige Teilhabe.”

Expertin

“Ich brauche Sicherheit und Planbarkeit, um mich wohlzufühlen.”

Betroffene

“Ich nehme lieber den Umweg übers Grüne, als zu Stoßzeiten den regulären Verkehr.”

Betroffene

User Journey

Für die User Journey steht die Persona Olivia im Fokus – eine junge, sensorisch sensible Frau mit geringer sozialer Energie, die sich vor allem Vorhersehbarkeit und ruhige Rückzugsorte wünscht. Als Szenario dient der Besuch eines Schwimmbads, um zu zeigen, wie die Lösung hilft, potenziell reizintensive Orte besser einzuschätzen und selbstbestimmt zu planen.

User Steps

Awareness

Explore

Compare

Test/Use

Reflexion

User Actions

Öffnet die App, Onboarding, Anmeldung

Suche nach Bädern in der Nähe

Findet Schwimmbad mit Anzeige “wenig ausgelastet”

Auf dem Weg, sucht einen Ruhebereich/oder SOS-Hilfe, Pause

Sitzt Zuhause und öffnet die App.

Bewertet das Bad.

Goals & Experiences

Entspannter Besuch, möglichst reizarm

Schwimmbad finden mit wenig Auslastung

Sicherstellen, dass der Ort passt und sich auf mögliche Stresspunkte vorbereiten können

Entspannter Weg, ruhige Bereiche finden

Sie möchte reflektieren und sich austauschen.

Feelings and Thoughts

„Vor der App fühlte ich mich überfordert. Das Schwimmbad bot keine Stille Stunde.“
„Beim Onboarding fühlte ich mich verstanden, meine Bedürfnisse wurden berücksichtigt.“

“Das erleichtert mich, ich bekomme gleich passende Vorschläge auf meine Bedürfnisse zugeschnitten.”

„Das sieht gut aus – leise Zeiten, und sogar ein Ruheraum ist markiert.“

„Es wird plötzlich laut, ich fühle mich überfordert.“

“Ich möchte eine Pause machen, die App hilft mir dabei.”

„Ich fühle mich gut, weil ich mir Zeit für mich genommen habe.“

„Das Bewerten in der App geht ganz einfach.“





Pain Points

Aktuelle Erschöpfung, Datenschutzbedenken wegen sensibler Daten, soziale Ängste und Schwierigkeiten, bei Überlastung spontan klar zu kommunizieren.

Skepsis: Finde ich wirklich, was ich suche?

Unklarheit über App-Funktion und Mehrwert.

Vertrauen: Sind Infos verlässlich und aktuell?

Bedürfnisse: Deckt die App alle Anforderungen ab?

Stress durch unerwartete Reize.

Andere halten sich nicht an Ruhe-Regeln.

Unsicherheit, ob Erfahrung hilfreich ist. Motivation, die App weiter zu nutzen und Erfahrungen zu teilen. Einfachheit der Beitragserstellung.

Opportunities

Datentransparenz schaffen. User im Onboarding abholen durch personalisierte Abfragen. Ersten Erfolg direkt erlebbar machen (z. B. drei passende Orte in der Nähe).

Vorgefertigte Filter im Onboarding. Suche, Simulation, 360°-Ansicht, Community-Infos.

Live-Auslastung. Infos zum Ort (Fotos, Rückzugsorte). Community-Bewertungen. Orte speichern.

Feedback zur tatsächlichen Ruhe geben. Notfallbutton.

Neue Orte hinzufügen & bewerten. Ein-Klick-Bewertungen ermöglichen. Feedback wertschätzen. Community-Gefühl stärken. Sichtbarkeit neuer Orte fördern.

User Steps

Awareness

Explore

Compare

Test/Use

Reflexion

User Actions

Öffnet die App, Onboarding, Anmeldung

Suche nach Bädern in der Nähe

Findet Schwimmbad mit Anzeige “wenig ausgelastet”

Auf dem Weg, sucht einen Ruhebereich/oder SOS-Hilfe, Pause

Sitzt Zuhause und öffnet die App.

Bewertet das Bad.

Goals & Experiences

Entspannter Besuch, möglichst reizarm

Schwimmbad finden mit wenig Auslastung

Sicherstellen, dass der Ort passt und sich auf mögliche Stresspunkte vorbereiten können

Entspannter Weg, ruhige Bereiche finden

Sie möchte reflektieren und sich austauschen.

Feelings and Thoughts

„Vor der App fühlte ich mich überfordert. Das Schwimmbad bot keine Stille Stunde.“
„Beim Onboarding fühlte ich mich verstanden, meine Bedürfnisse wurden berücksichtigt.“

“Das erleichtert mich, ich bekomme gleich passende Vorschläge auf meine Bedürfnisse zugeschnitten.”

„Das sieht gut aus – leise Zeiten, und sogar ein Ruheraum ist markiert.“

„Es wird plötzlich laut, ich fühle mich überfordert.“

“Ich möchte eine Pause machen, die App hilft mir dabei.”

„Ich fühle mich gut, weil ich mir Zeit für mich genommen habe.“

„Das Bewerten in der App geht ganz einfach.“





Pain Points

Aktuelle Erschöpfung, Datenschutzbedenken wegen sensibler Daten, soziale Ängste und Schwierigkeiten, bei Überlastung spontan klar zu kommunizieren.

Skepsis: Finde ich wirklich, was ich suche?

Unklarheit über App-Funktion und Mehrwert.

Vertrauen: Sind Infos verlässlich und aktuell?

Bedürfnisse: Deckt die App alle Anforderungen ab?

Stress durch unerwartete Reize.

Andere halten sich nicht an Ruhe-Regeln.

Unsicherheit, ob Erfahrung hilfreich ist. Motivation, die App weiter zu nutzen und Erfahrungen zu teilen. Einfachheit der Beitragserstellung.

Opportunities

Datentransparenz schaffen. User im Onboarding abholen durch personalisierte Abfragen. Ersten Erfolg direkt erlebbar machen (z. B. drei passende Orte in der Nähe).

Vorgefertigte Filter im Onboarding. Suche, Simulation, 360°-Ansicht, Community-Infos.

Live-Auslastung. Infos zum Ort (Fotos, Rückzugsorte). Community-Bewertungen. Orte speichern.

Feedback zur tatsächlichen Ruhe geben. Notfallbutton.

Neue Orte hinzufügen & bewerten. Ein-Klick-Bewertungen ermöglichen. Feedback wertschätzen. Community-Gefühl stärken. Sichtbarkeit neuer Orte fördern.

Übersetzung von Research in Designprinzipien

Die Designprinzipien leiten sich direkt aus den Bedürfnissen der Nutzer und aus dem offiziellen Neurodiversity Design System ab. Der Tone of Voice ist freundlich, sachlich und direkt, immer mit Wahlfreiheit für die Nutzer und ohne Ironie oder doppelte Bedeutungen, da es Menschen aus dem Spektrum schwer fällt, emotionale Zwischentöne zu erkennen oder sie neurotypisch zu deuten.

Sensorische Entlastung

  • personalisierte Inhalte

  • ruhiges, reduziertes Design

  • Research-basierte autismusfreundliche Farbpaletten

  • Schrift Public Sans: neutral, sachlich, mit klar unterscheidbaren Buchstaben, gut geeignet für neurodivergente Nutzer:innen.

Einfachheit und Klarheit

  • viel Weißraum

  • minimalistische Icons und Piktogramme

  • Smileys ergänzen das Ampel-Farbsystem, um Intensitätsstufen leichter erfassbar zu machen

  • reduzierte Animationen

  • leichte Sprache

  • intuitive Navigation

Personalisierbarkeit

  • Inhalte passen sich an individuelle Bedürfnisse an

  • Filter- und Anzeigeoptionen zur individuellen Reizsteuerung

Barrierefreiheit

  • leichter Sprache als Standard

  • Berücksichtigung grundlegender Accessibility-Prinzipien (WCAG-orientiert)

  • haptische Umsetzung klickbarer Komponenten (wie Buttons) gemäß des NDDS

Wireframing

Die App wurde als klickbarer Prototyp umgesetzt. Das Reizdiagramm verdeutlicht unsere iterative Entwicklung von Low- über Mid- zu High-Fidelity-Wireframes. Hier war die größte Herausforderung, angegebene Reize von Besuchern, die Zeit und die eigene Toleranzgrenze klar miteinander zu verknüpfen. Ziel war es, Menschen zu helfen, Orte im Voraus anhand ihrer individuellen Bedürfnisse besser einzuschätzen. Schritt für Schritt übersetzten wir komplexe, zeitabhängige Reizinformationen in eine zunehmend strukturierte und übersichtliche Diagrammdarstellung.

Kernfunktionen

Die zentralen Funktionen sind:

Übersichtliche Startansicht mit klar priorisierten Inhalten

Onboarding zur Anpassung an individuelle Wahrnehmungsbedürfnisse

Detailansichten mit klar strukturierten Informationen zu Reizfaktoren

Konsistentes Neurodiversity-Designsystem zur langfristigen Skalierbarkeit

Testing & Iteration

Der Prototyp wurde in moderierten Usability-Tests mit zwei Nutzerinnen evaluiert: einer stark reizsensiblen, neurodivergenten und einer reizsensiblen, introvertierten Person. Auf Basis des Feedbacks nahmen wir u. a. Anpassungen in der Ortsansicht vor. Die als bevormundend empfundenen Badges wurden ersetzt: Das Diagramm zeigt jetzt die Reizintensität des Ortes über den Tag, sodass Nutzer die Informationen selbstbestimmter filtern können.

Weitere Anpassungen betrafen:

fakten- statt gefühlsbasiertes Wording, da emotionsbasiertes Bewertungssystem für Menschen im Autismus-Spektrum schwer verständlich ist

erklärende Visualisierungen zur Transparenz

klare Trennung zwischen Daten und Bewertung

FIRST DESIGN

REVISED DESIGN

learnings

Onboarding ist Teil der Barrierefreiheit.

Nicht nur visuelle Reduktion, sondern die aktive Abfrage individueller Bedürfnisse zu Beginn war entscheidend. Personalisierung reduzierte kognitive Last und erzeugte sofortige Relevanz.

Ein Designsystem für Neurodiversität muss flexibel sein.

Statt fixer UI-Muster waren anpassbare Filter- und Anzeigeoptionen entscheidend, da neurodivergente Bedürfnisse sehr individuell sind.

Barrierefreiheit bedeutet mehr als das Einhalten von Richtlinien.

Barrierefreiheit erfordert ein tiefes Verständnis individueller Bedürfnisse und die Gestaltung von Systemen, die Sicherheit vermitteln, statt Entscheidungen vorzugeben. Für neurodivergente Menschen entsteht Belastung oft durch Unsicherheit, Unvorhersehbarkeit und fehlende Kontrolle. Gute UX reduziert daher nicht nur visuelle Komplexität, sondern schafft Transparenz, Struktur und Wahlmöglichkeiten und wird zu einem Werkzeug für Selbstbestimmung.

UX/UI

Ruhepunkt

In diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines App-Konzepts, das Menschen mit unterschiedlicher Reizempfindlichkeit (Autismus- und ADHS-Spektrum) dabei unterstützt, ruhigere und angenehmere Orte in ihrer Umgebung zu finden, um sensorische Überforderung im Alltag zu reduzieren und gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern. Dieses Projekt entstand gemeinsam mit zwei weiteren UX/UI-Designerinnen, Hanna und Maria.

Rolle:

UX Research

Konzeption

UI Design

Prototyping

Methoden:

Interviews

Survey (n=87)

Journey Mapping

Usability Tests

Tools:

Figma/Figjam

Perplexity

Excalidraw

Google Forms/Sheets

Projektdauer:

5 Wochen

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

"Euer Projekt Ruhepunkt ist ein Aushängeschild dafür, wie viel entstehen kann, wenn User Research und echte Nutzerbedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt rücken.“

UX/UI-Coach

neuefische GmbH

Problem

Wir haben uns auf unsichtbare Barrieren im Alltag konzentriert: Reize wie Lärm, Licht oder Menschenmengen, die besonders für neurodivergente Menschen belastend sind. In Deutschland betrifft das rund 15–20 % der Bevölkerung. Und wenn wir an ständige Erreichbarkeit und den Informationsfluss denken, merken wir: Reizüberflutung ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein Problem, das uns alle betrifft.

Neurotypisch

80–85%

Neurodivergent

15–20%

Lösung

Im Folgenden stelle ich unseren 5-wöchigen Prozess mit starkem Forschungsfokus vor. Bevor wir jedoch ins Detail gehen, hier ein Blick auf unsere finale App, die neurodivergente Anforderungen systematisch in Design und Interaktion übersetzt: durch reduzierte visuelle Reize, klare Orientierung und individuelle Anpassungsmöglichkeiten. Grundlage dafür bilden qualitative und quantitative Nutzerforschung sowie ein speziell entwickeltes Neurodiversity-Designsystem.

Konzeptuelle Einschränkungen

Da es sich um ein Konzeptprojekt handelte, arbeiteten wir mit einem hypothetischen Stand der App. Orte wurden so dargestellt, als wären sie bereits von vielen Nutzern bewertet worden. So konnten wir das Potenzial von Ruhepunkt demonstrieren. In der Realität wäre die App stark von Community-Beiträgen abhängig. Nur durch geteilte Erfahrungen könnten diese Daten gesammelt werden. Bis reale Daten vorliegen, würden wir mit KPIs arbeiten, um Annahmen zu validieren und die Performance des Konzepts zu messen.

Zentrale Research insights

Unsere Research-Phase bestand aus Interviews, Expertinnen-Gesprächen aus den Bereichen Inklusionsbeauftragung und Heilpädagogik für das Spektrum Autismus sowie einer quantitativen Umfrage mit 87 Teilnehmenden. Daraus ergaben sich u. a. folgende Kern-Erkenntnisse:

Menschen mit Reizsensibilität werden besonders in öffentlichen Räumen häufig ausgeschlossen

Viele haben Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse direkt zu kommunizieren

Der Bedarf an Vorhersehbarkeit und Planbarkeit ist sehr hoch

Für fast zwei Drittel der Befragten sind detaillierte Informationen über neue Orte (z. B. Karten, Fotos, Auslastungsdaten) wichtig, um Überlastung zu vermeiden.

Rückzug ist die häufigste Bewältigungsstrategie

Wie wichtig ist dir, vorab Infos über neue Orte zu haben?

Wie teilst du anderen dein Befinden am liebsten mit?

Interviews

Unsere Interviews bestätigten diese Erkenntnisse und verdeutlichten, wie unterschiedlich individuelle Bedürfnisse sein können. Am deutlichsten wurde: Der größte Bedarf liegt in Vorhersehbarkeit und Zugang zu passenden Informationen.

“Da, wo Menschen keinen Einfluss nehmen können, wird Rückzug oder die Vermeidung gewählt.”

Expertin

“Inklusion bedeutet ständige Teilhabe.”

Expertin

“Ich brauche Sicherheit und Planbarkeit, um mich wohlzufühlen.”

Betroffene

“Ich nehme lieber den Umweg übers Grüne, als zu Stoßzeiten den regulären Verkehr.”

Betroffene

User Journey

Für die User Journey steht die Persona Olivia im Fokus – eine junge, sensorisch sensible Frau mit geringer sozialer Energie, die sich vor allem Vorhersehbarkeit und ruhige Rückzugsorte wünscht. Als Szenario dient der Besuch eines Schwimmbads, um zu zeigen, wie die Lösung hilft, potenziell reizintensive Orte besser einzuschätzen und selbstbestimmt zu planen.

User Steps

Awareness

Explore

Compare

Test/Use

Reflexion

User Actions

Öffnet die App, Onboarding, Anmeldung

Suche nach Bädern in der Nähe

Findet Schwimmbad mit Anzeige “wenig ausgelastet”

Auf dem Weg, sucht einen Ruhebereich/oder SOS-Hilfe, Pause

Sitzt Zuhause und öffnet die App.

Bewertet das Bad.

Goals & Experiences

Entspannter Besuch, möglichst reizarm

Schwimmbad finden mit wenig Auslastung

Sicherstellen, dass der Ort passt und sich auf mögliche Stresspunkte vorbereiten können

Entspannter Weg, ruhige Bereiche finden

Sie möchte reflektieren und sich austauschen.

Feelings and Thoughts

„Vor der App fühlte ich mich überfordert. Das Schwimmbad bot keine Stille Stunde.“
„Beim Onboarding fühlte ich mich verstanden, meine Bedürfnisse wurden berücksichtigt.“

“Das erleichtert mich, ich bekomme gleich passende Vorschläge auf meine Bedürfnisse zugeschnitten.”

„Das sieht gut aus – leise Zeiten, und sogar ein Ruheraum ist markiert.“

„Es wird plötzlich laut, ich fühle mich überfordert.“

“Ich möchte eine Pause machen, die App hilft mir dabei.”

„Ich fühle mich gut, weil ich mir Zeit für mich genommen habe.“

„Das Bewerten in der App geht ganz einfach.“





Pain Points

Aktuelle Erschöpfung, Datenschutzbedenken wegen sensibler Daten, soziale Ängste und Schwierigkeiten, bei Überlastung spontan klar zu kommunizieren.

Skepsis: Finde ich wirklich, was ich suche?

Unklarheit über App-Funktion und Mehrwert.

Vertrauen: Sind Infos verlässlich und aktuell?

Bedürfnisse: Deckt die App alle Anforderungen ab?

Stress durch unerwartete Reize.

Andere halten sich nicht an Ruhe-Regeln.

Unsicherheit, ob Erfahrung hilfreich ist. Motivation, die App weiter zu nutzen und Erfahrungen zu teilen. Einfachheit der Beitragserstellung.

Opportunities

Datentransparenz schaffen. User im Onboarding abholen durch personalisierte Abfragen. Ersten Erfolg direkt erlebbar machen (z. B. drei passende Orte in der Nähe).

Vorgefertigte Filter im Onboarding. Suche, Simulation, 360°-Ansicht, Community-Infos.

Live-Auslastung. Infos zum Ort (Fotos, Rückzugsorte). Community-Bewertungen. Orte speichern.

Feedback zur tatsächlichen Ruhe geben. Notfallbutton.

Neue Orte hinzufügen & bewerten. Ein-Klick-Bewertungen ermöglichen. Feedback wertschätzen. Community-Gefühl stärken. Sichtbarkeit neuer Orte fördern.

User Steps

Awareness

Explore

Compare

Test/Use

Reflexion

User Actions

Öffnet die App, Onboarding, Anmeldung

Suche nach Bädern in der Nähe

Findet Schwimmbad mit Anzeige “wenig ausgelastet”

Auf dem Weg, sucht einen Ruhebereich/oder SOS-Hilfe, Pause

Sitzt Zuhause und öffnet die App.

Bewertet das Bad.

Goals & Experiences

Entspannter Besuch, möglichst reizarm

Schwimmbad finden mit wenig Auslastung

Sicherstellen, dass der Ort passt und sich auf mögliche Stresspunkte vorbereiten können

Entspannter Weg, ruhige Bereiche finden

Sie möchte reflektieren und sich austauschen.

Feelings and Thoughts

„Vor der App fühlte ich mich überfordert. Das Schwimmbad bot keine Stille Stunde.“
„Beim Onboarding fühlte ich mich verstanden, meine Bedürfnisse wurden berücksichtigt.“

“Das erleichtert mich, ich bekomme gleich passende Vorschläge auf meine Bedürfnisse zugeschnitten.”

„Das sieht gut aus – leise Zeiten, und sogar ein Ruheraum ist markiert.“

„Es wird plötzlich laut, ich fühle mich überfordert.“

“Ich möchte eine Pause machen, die App hilft mir dabei.”

„Ich fühle mich gut, weil ich mir Zeit für mich genommen habe.“

„Das Bewerten in der App geht ganz einfach.“





Pain Points

Aktuelle Erschöpfung, Datenschutzbedenken wegen sensibler Daten, soziale Ängste und Schwierigkeiten, bei Überlastung spontan klar zu kommunizieren.

Skepsis: Finde ich wirklich, was ich suche?

Unklarheit über App-Funktion und Mehrwert.

Vertrauen: Sind Infos verlässlich und aktuell?

Bedürfnisse: Deckt die App alle Anforderungen ab?

Stress durch unerwartete Reize.

Andere halten sich nicht an Ruhe-Regeln.

Unsicherheit, ob Erfahrung hilfreich ist. Motivation, die App weiter zu nutzen und Erfahrungen zu teilen. Einfachheit der Beitragserstellung.

Opportunities

Datentransparenz schaffen. User im Onboarding abholen durch personalisierte Abfragen. Ersten Erfolg direkt erlebbar machen (z. B. drei passende Orte in der Nähe).

Vorgefertigte Filter im Onboarding. Suche, Simulation, 360°-Ansicht, Community-Infos.

Live-Auslastung. Infos zum Ort (Fotos, Rückzugsorte). Community-Bewertungen. Orte speichern.

Feedback zur tatsächlichen Ruhe geben. Notfallbutton.

Neue Orte hinzufügen & bewerten. Ein-Klick-Bewertungen ermöglichen. Feedback wertschätzen. Community-Gefühl stärken. Sichtbarkeit neuer Orte fördern.

Übersetzung von Research in Designprinzipien

Die Designprinzipien leiten sich direkt aus den Bedürfnissen der Nutzer und aus dem offiziellen Neurodiversity Design System ab. Der Tone of Voice ist freundlich, sachlich und direkt, immer mit Wahlfreiheit für die Nutzer und ohne Ironie oder doppelte Bedeutungen, da es Menschen aus dem Spektrum schwer fällt, emotionale Zwischentöne zu erkennen oder sie neurotypisch zu deuten.

Sensorische Entlastung

  • personalisierte Inhalte

  • ruhiges, reduziertes Design

  • Research-basierte autismusfreundliche Farbpaletten

  • Schrift Public Sans: neutral, sachlich, mit klar unterscheidbaren Buchstaben, gut geeignet für neurodivergente Nutzer:innen.

Einfachheit und Klarheit

  • viel Weißraum

  • minimalistische Icons und Piktogramme

  • Smileys ergänzen das Ampel-Farbsystem, um Intensitätsstufen leichter erfassbar zu machen

  • reduzierte Animationen

  • leichte Sprache

  • intuitive Navigation

Personalisierbarkeit

  • Inhalte passen sich an individuelle Bedürfnisse an

  • Filter- und Anzeigeoptionen zur individuellen Reizsteuerung

Barrierefreiheit

  • leichter Sprache als Standard

  • Berücksichtigung grundlegender Accessibility-Prinzipien (WCAG-orientiert)

  • haptische Umsetzung klickbarer Komponenten (wie Buttons) gemäß des NDDS

Wireframing

Die App wurde als klickbarer Prototyp umgesetzt. Das Reizdiagramm verdeutlicht unsere iterative Entwicklung von Low- über Mid- zu High-Fidelity-Wireframes. Hier war die größte Herausforderung, angegebene Reize von Besuchern, die Zeit und die eigene Toleranzgrenze klar miteinander zu verknüpfen. Ziel war es, Menschen zu helfen, Orte im Voraus anhand ihrer individuellen Bedürfnisse besser einzuschätzen. Schritt für Schritt übersetzten wir komplexe, zeitabhängige Reizinformationen in eine zunehmend strukturierte und übersichtliche Diagrammdarstellung.

Kernfunktionen

Die zentralen Funktionen sind:

Übersichtliche Startansicht mit klar priorisierten Inhalten

Onboarding zur Anpassung an individuelle Wahrnehmungsbedürfnisse

Detailansichten mit klar strukturierten Informationen zu Reizfaktoren

Konsistentes Neurodiversity-Designsystem zur langfristigen Skalierbarkeit

Testing & Iteration

Der Prototyp wurde in moderierten Usability-Tests mit zwei Nutzerinnen evaluiert: einer stark reizsensiblen, neurodivergenten und einer reizsensiblen, introvertierten Person. Auf Basis des Feedbacks nahmen wir u. a. Anpassungen in der Ortsansicht vor. Die als bevormundend empfundenen Badges wurden ersetzt: Das Diagramm zeigt jetzt die Reizintensität des Ortes über den Tag, sodass Nutzer die Informationen selbstbestimmter filtern können.

Weitere Anpassungen betrafen:

fakten- statt gefühlsbasiertes Wording, da emotionsbasiertes Bewertungssystem für Menschen im Autismus-Spektrum schwer verständlich ist

erklärende Visualisierungen zur Transparenz

klare Trennung zwischen Daten und Bewertung

FIRST DESIGN

REVISED DESIGN

learnings

Onboarding ist Teil der Barrierefreiheit.

Nicht nur visuelle Reduktion, sondern die aktive Abfrage individueller Bedürfnisse zu Beginn war entscheidend. Personalisierung reduzierte kognitive Last und erzeugte sofortige Relevanz.

Ein Designsystem für Neurodiversität muss flexibel sein.

Statt fixer UI-Muster waren anpassbare Filter- und Anzeigeoptionen entscheidend, da neurodivergente Bedürfnisse sehr individuell sind.

Barrierefreiheit bedeutet mehr als das Einhalten von Richtlinien.

Barrierefreiheit erfordert ein tiefes Verständnis individueller Bedürfnisse und die Gestaltung von Systemen, die Sicherheit vermitteln, statt Entscheidungen vorzugeben. Für neurodivergente Menschen entsteht Belastung oft durch Unsicherheit, Unvorhersehbarkeit und fehlende Kontrolle. Gute UX reduziert daher nicht nur visuelle Komplexität, sondern schafft Transparenz, Struktur und Wahlmöglichkeiten und wird zu einem Werkzeug für Selbstbestimmung.

UX/UI

Ruhepunkt

In diesem Projekt geht es um die Entwicklung eines App-Konzepts, das Menschen mit unterschiedlicher Reizempfindlichkeit (Autismus- und ADHS-Spektrum) dabei unterstützt, ruhigere und angenehmere Orte in ihrer Umgebung zu finden, um sensorische Überforderung im Alltag zu reduzieren und gesellschaftliche Teilhabe zu verbessern. Dieses Projekt entstand gemeinsam mit zwei weiteren UX/UI-Designerinnen, Hanna und Maria.

Rolle:

UX Research

Konzeption

UI Design

Prototyping

Methoden:

Interviews

Survey (n=87)

Journey Mapping

Usability Tests

Tools:

Figma/Figjam

Perplexity

Excalidraw

Google Forms/Sheets

Projektdauer:

5 Wochen

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

woman in white shirt sitting on chair

Ruhepunkt

"Euer Projekt Ruhepunkt ist ein Aushängeschild dafür, wie viel entstehen kann, wenn User Research und echte Nutzerbedürfnisse konsequent in den Mittelpunkt rücken.“

UX/UI-Coach

neuefische GmbH

Problem

Wir haben uns auf unsichtbare Barrieren im Alltag konzentriert: Reize wie Lärm, Licht oder Menschenmengen, die besonders für neurodivergente Menschen belastend sind. In Deutschland betrifft das rund 15–20 % der Bevölkerung. Und wenn wir an ständige Erreichbarkeit und den Informationsfluss denken, merken wir: Reizüberflutung ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein Problem, das uns alle betrifft.

Neurotypisch

80–85%

Neurodivergent

15–20%

Lösung

Im Folgenden stelle ich unseren 5-wöchigen Prozess mit starkem Forschungsfokus vor. Bevor wir jedoch ins Detail gehen, hier ein Blick auf unsere finale App, die neurodivergente Anforderungen systematisch in Design und Interaktion übersetzt: durch reduzierte visuelle Reize, klare Orientierung und individuelle Anpassungsmöglichkeiten. Grundlage dafür bilden qualitative und quantitative Nutzerforschung sowie ein speziell entwickeltes Neurodiversity-Designsystem.

Konzeptuelle Einschränkungen

Da es sich um ein Konzeptprojekt handelte, arbeiteten wir mit einem hypothetischen Stand der App. Orte wurden so dargestellt, als wären sie bereits von vielen Nutzern bewertet worden. So konnten wir das Potenzial von Ruhepunkt demonstrieren. In der Realität wäre die App stark von Community-Beiträgen abhängig. Nur durch geteilte Erfahrungen könnten diese Daten gesammelt werden. Bis reale Daten vorliegen, würden wir mit KPIs arbeiten, um Annahmen zu validieren und die Performance des Konzepts zu messen.

Zentrale Research insights

Unsere Research-Phase bestand aus Interviews, Expertinnen-Gesprächen aus den Bereichen Inklusionsbeauftragung und Heilpädagogik für das Spektrum Autismus sowie einer quantitativen Umfrage mit 87 Teilnehmenden. Daraus ergaben sich u. a. folgende Kern-Erkenntnisse:

Menschen mit Reizsensibilität werden besonders in öffentlichen Räumen häufig ausgeschlossen

Viele haben Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse direkt zu kommunizieren

Der Bedarf an Vorhersehbarkeit und Planbarkeit ist sehr hoch

Für fast zwei Drittel der Befragten sind detaillierte Informationen über neue Orte (z. B. Karten, Fotos, Auslastungsdaten) wichtig, um Überlastung zu vermeiden.

Rückzug ist die häufigste Bewältigungsstrategie

Wie wichtig ist dir, vorab Infos über neue Orte zu haben?

Wie teilst du anderen dein Befinden am liebsten mit?

Interviews

Unsere Interviews bestätigten diese Erkenntnisse und verdeutlichten, wie unterschiedlich individuelle Bedürfnisse sein können. Am deutlichsten wurde: Der größte Bedarf liegt in Vorhersehbarkeit und Zugang zu passenden Informationen.

“Da, wo Menschen keinen Einfluss nehmen können, wird Rückzug oder die Vermeidung gewählt.”

Expertin

“Inklusion bedeutet ständige Teilhabe.”

Expertin

“Ich brauche Sicherheit und Planbarkeit, um mich wohlzufühlen.”

Betroffene

“Ich nehme lieber den Umweg übers Grüne, als zu Stoßzeiten den regulären Verkehr.”

Betroffene

User Journey

Für die User Journey steht die Persona Olivia im Fokus – eine junge, sensorisch sensible Frau mit geringer sozialer Energie, die sich vor allem Vorhersehbarkeit und ruhige Rückzugsorte wünscht. Als Szenario dient der Besuch eines Schwimmbads, um zu zeigen, wie die Lösung hilft, potenziell reizintensive Orte besser einzuschätzen und selbstbestimmt zu planen.

User Steps

Awareness

Explore

Compare

Test/Use

Reflexion

User Actions

Öffnet die App, Onboarding, Anmeldung

Suche nach Bädern in der Nähe

Findet Schwimmbad mit Anzeige “wenig ausgelastet”

Auf dem Weg, sucht einen Ruhebereich/oder SOS-Hilfe, Pause

Sitzt Zuhause und öffnet die App.

Bewertet das Bad.

Goals & Experiences

Entspannter Besuch, möglichst reizarm

Schwimmbad finden mit wenig Auslastung

Sicherstellen, dass der Ort passt und sich auf mögliche Stresspunkte vorbereiten können

Entspannter Weg, ruhige Bereiche finden

Sie möchte reflektieren und sich austauschen.

Feelings and Thoughts

„Vor der App fühlte ich mich überfordert. Das Schwimmbad bot keine Stille Stunde.“
„Beim Onboarding fühlte ich mich verstanden, meine Bedürfnisse wurden berücksichtigt.“

“Das erleichtert mich, ich bekomme gleich passende Vorschläge auf meine Bedürfnisse zugeschnitten.”

„Das sieht gut aus – leise Zeiten, und sogar ein Ruheraum ist markiert.“

„Es wird plötzlich laut, ich fühle mich überfordert.“

“Ich möchte eine Pause machen, die App hilft mir dabei.”

„Ich fühle mich gut, weil ich mir Zeit für mich genommen habe.“

„Das Bewerten in der App geht ganz einfach.“





Pain Points

Aktuelle Erschöpfung, Datenschutzbedenken wegen sensibler Daten, soziale Ängste und Schwierigkeiten, bei Überlastung spontan klar zu kommunizieren.

Skepsis: Finde ich wirklich, was ich suche?

Unklarheit über App-Funktion und Mehrwert.

Vertrauen: Sind Infos verlässlich und aktuell?

Bedürfnisse: Deckt die App alle Anforderungen ab?

Stress durch unerwartete Reize.

Andere halten sich nicht an Ruhe-Regeln.

Unsicherheit, ob Erfahrung hilfreich ist. Motivation, die App weiter zu nutzen und Erfahrungen zu teilen. Einfachheit der Beitragserstellung.

Opportunities

Datentransparenz schaffen. User im Onboarding abholen durch personalisierte Abfragen. Ersten Erfolg direkt erlebbar machen (z. B. drei passende Orte in der Nähe).

Vorgefertigte Filter im Onboarding. Suche, Simulation, 360°-Ansicht, Community-Infos.

Live-Auslastung. Infos zum Ort (Fotos, Rückzugsorte). Community-Bewertungen. Orte speichern.

Feedback zur tatsächlichen Ruhe geben. Notfallbutton.

Neue Orte hinzufügen & bewerten. Ein-Klick-Bewertungen ermöglichen. Feedback wertschätzen. Community-Gefühl stärken. Sichtbarkeit neuer Orte fördern.

User Steps

Awareness

Explore

Compare

Test/Use

Reflexion

User Actions

Öffnet die App, Onboarding, Anmeldung

Suche nach Bädern in der Nähe

Findet Schwimmbad mit Anzeige “wenig ausgelastet”

Auf dem Weg, sucht einen Ruhebereich/oder SOS-Hilfe, Pause

Sitzt Zuhause und öffnet die App.

Bewertet das Bad.

Goals & Experiences

Entspannter Besuch, möglichst reizarm

Schwimmbad finden mit wenig Auslastung

Sicherstellen, dass der Ort passt und sich auf mögliche Stresspunkte vorbereiten können

Entspannter Weg, ruhige Bereiche finden

Sie möchte reflektieren und sich austauschen.

Feelings and Thoughts

„Vor der App fühlte ich mich überfordert. Das Schwimmbad bot keine Stille Stunde.“
„Beim Onboarding fühlte ich mich verstanden, meine Bedürfnisse wurden berücksichtigt.“

“Das erleichtert mich, ich bekomme gleich passende Vorschläge auf meine Bedürfnisse zugeschnitten.”

„Das sieht gut aus – leise Zeiten, und sogar ein Ruheraum ist markiert.“

„Es wird plötzlich laut, ich fühle mich überfordert.“

“Ich möchte eine Pause machen, die App hilft mir dabei.”

„Ich fühle mich gut, weil ich mir Zeit für mich genommen habe.“

„Das Bewerten in der App geht ganz einfach.“





Pain Points

Aktuelle Erschöpfung, Datenschutzbedenken wegen sensibler Daten, soziale Ängste und Schwierigkeiten, bei Überlastung spontan klar zu kommunizieren.

Skepsis: Finde ich wirklich, was ich suche?

Unklarheit über App-Funktion und Mehrwert.

Vertrauen: Sind Infos verlässlich und aktuell?

Bedürfnisse: Deckt die App alle Anforderungen ab?

Stress durch unerwartete Reize.

Andere halten sich nicht an Ruhe-Regeln.

Unsicherheit, ob Erfahrung hilfreich ist. Motivation, die App weiter zu nutzen und Erfahrungen zu teilen. Einfachheit der Beitragserstellung.

Opportunities

Datentransparenz schaffen. User im Onboarding abholen durch personalisierte Abfragen. Ersten Erfolg direkt erlebbar machen (z. B. drei passende Orte in der Nähe).

Vorgefertigte Filter im Onboarding. Suche, Simulation, 360°-Ansicht, Community-Infos.

Live-Auslastung. Infos zum Ort (Fotos, Rückzugsorte). Community-Bewertungen. Orte speichern.

Feedback zur tatsächlichen Ruhe geben. Notfallbutton.

Neue Orte hinzufügen & bewerten. Ein-Klick-Bewertungen ermöglichen. Feedback wertschätzen. Community-Gefühl stärken. Sichtbarkeit neuer Orte fördern.

Übersetzung von Research in Designprinzipien

Die Designprinzipien leiten sich direkt aus den Bedürfnissen der Nutzer und aus dem offiziellen Neurodiversity Design System ab. Der Tone of Voice ist freundlich, sachlich und direkt, immer mit Wahlfreiheit für die Nutzer und ohne Ironie oder doppelte Bedeutungen, da es Menschen aus dem Spektrum schwer fällt, emotionale Zwischentöne zu erkennen oder sie neurotypisch zu deuten.

Sensorische Entlastung

  • personalisierte Inhalte

  • ruhiges, reduziertes Design

  • Research-basierte autismusfreundliche Farbpaletten

  • Schrift Public Sans: neutral, sachlich, mit klar unterscheidbaren Buchstaben, gut geeignet für neurodivergente Nutzer:innen.

Einfachheit und Klarheit

  • viel Weißraum

  • minimalistische Icons und Piktogramme

  • Smileys ergänzen das Ampel-Farbsystem, um Intensitätsstufen leichter erfassbar zu machen

  • reduzierte Animationen

  • leichte Sprache

  • intuitive Navigation

Personalisierbarkeit

  • Inhalte passen sich an individuelle Bedürfnisse an

  • Filter- und Anzeigeoptionen zur individuellen Reizsteuerung

Barrierefreiheit

  • leichter Sprache als Standard

  • Berücksichtigung grundlegender Accessibility-Prinzipien (WCAG-orientiert)

  • haptische Umsetzung klickbarer Komponenten (wie Buttons) gemäß des NDDS

Wireframing

Die App wurde als klickbarer Prototyp umgesetzt. Das Reizdiagramm verdeutlicht unsere iterative Entwicklung von Low- über Mid- zu High-Fidelity-Wireframes. Hier war die größte Herausforderung, angegebene Reize von Besuchern, die Zeit und die eigene Toleranzgrenze klar miteinander zu verknüpfen. Ziel war es, Menschen zu helfen, Orte im Voraus anhand ihrer individuellen Bedürfnisse besser einzuschätzen. Schritt für Schritt übersetzten wir komplexe, zeitabhängige Reizinformationen in eine zunehmend strukturierte und übersichtliche Diagrammdarstellung.

Kernfunktionen

Die zentralen Funktionen sind:

Übersichtliche Startansicht mit klar priorisierten Inhalten

Onboarding zur Anpassung an individuelle Wahrnehmungsbedürfnisse

Detailansichten mit klar strukturierten Informationen zu Reizfaktoren

Konsistentes Neurodiversity-Designsystem zur langfristigen Skalierbarkeit

Testing & Iteration

Der Prototyp wurde in moderierten Usability-Tests mit zwei Nutzerinnen evaluiert: einer stark reizsensiblen, neurodivergenten und einer reizsensiblen, introvertierten Person. Auf Basis des Feedbacks nahmen wir u. a. Anpassungen in der Ortsansicht vor. Die als bevormundend empfundenen Badges wurden ersetzt: Das Diagramm zeigt jetzt die Reizintensität des Ortes über den Tag, sodass Nutzer die Informationen selbstbestimmter filtern können.

Weitere Anpassungen betrafen:

fakten- statt gefühlsbasiertes Wording, da emotionsbasiertes Bewertungssystem für Menschen im Autismus-Spektrum schwer verständlich ist

erklärende Visualisierungen zur Transparenz

klare Trennung zwischen Daten und Bewertung

FIRST DESIGN

REVISED DESIGN

learnings

Onboarding ist Teil der Barrierefreiheit.

Nicht nur visuelle Reduktion, sondern die aktive Abfrage individueller Bedürfnisse zu Beginn war entscheidend. Personalisierung reduzierte kognitive Last und erzeugte sofortige Relevanz.

Ein Designsystem für Neurodiversität muss flexibel sein.

Statt fixer UI-Muster waren anpassbare Filter- und Anzeigeoptionen entscheidend, da neurodivergente Bedürfnisse sehr individuell sind.

Barrierefreiheit bedeutet mehr als das Einhalten von Richtlinien.

Barrierefreiheit erfordert ein tiefes Verständnis individueller Bedürfnisse und die Gestaltung von Systemen, die Sicherheit vermitteln, statt Entscheidungen vorzugeben. Für neurodivergente Menschen entsteht Belastung oft durch Unsicherheit, Unvorhersehbarkeit und fehlende Kontrolle. Gute UX reduziert daher nicht nur visuelle Komplexität, sondern schafft Transparenz, Struktur und Wahlmöglichkeiten und wird zu einem Werkzeug für Selbstbestimmung.